EVENT

Loonyland | Bootshaus | Köln | 17.10.2009


 

„Das ist wie malen mit den Händen..“, “Schau mal,

das Bild macht was ich mache“ oder „Komm, wir fangen einen Fisch..“ waren nur einige Stimmen, die man an diesem Abend im Oktober aus vielen Ecken des Bootshaus hören konnte.

 

Es genügte nur ein kurzer Blick in die Gesichter der Gäste und direkt war klar: Etwas war anders als sonst... Überall wo man hinschaute konnte man überraschte und neugierige Blicke sehen. Kein seltenes Bild an diesem Abend waren Besucher, die sich mit erstaunten Gesichtern vor die Leinwände stellten und anfingen ausgelassen mit den Händen Bilder zu malen und sich im Takt der Musik zu bewegen, um mit ihrer auf die Wand projizierten Silhouette zu tanzen.

 

Begeisterung sprang und tanzte durch den Club.

Durch die interaktive Licht- und Videoinstallation hatte ein neuartiger Lounge-Charakter ins Bootshaus Einzug gehalten. Das Zusammenspiel von Licht, Farbe und Projektion nahm der Location den Großraum-Charakter und verlieh ihr für diesen Abend ein ganz persönliches Flair.

 

Was war geschehen? Das sechsjährige Jubiläum von Loonyland, NRW´s größter Partyreihe für elektronische Musik, war nicht nur wie gewohnt Schauplatz ausgelassener Partystimmung, hochkarätiger DJ´s und ausgeflippter Performance. Diesmal lag das Augenmerk besonders auf der Raumgestaltung.

 

ReAktivRaum war das Thema des Abends.

Dahinter steckt die Idee, eine Videoinstallation zu schaffen, welche es vermag, die Grenzen zwischen den Domänen der Wahrnehmung aufzulösen. Als Teil des als "Organismus" verstandenen Clubs ist sie Verbindungsglied zwischen Hören, Sehen, Raumempfinden und Tanz als Ausdruck von Körpergefühl und Imagination. Durch die Verbindung aller Einzelteile des Organismus ergibt sich ein Raum als kohärentes System.

 

Die vom Visual Jockey gesteuerten Bildwelten der Videoflächen greifen die Dynamik, Flächen und Muster der Musik auf. Die Gäste nehmen beim Tanzen über ein bewegungssensitives Interface Einfluss auf die Videoprojektionen und die Lichtsteuerung.

Die Funktionsweise des Interface sowie die Gestaltung der Motive sollen die Besucher zusätzlich motivieren, sich tänzerisch Musik, Licht und bewegten Bildern hinzugeben.

 

Auf der Tanzfläche sind sie nun permanent von direktem und indirektem Licht umgeben. Die Eindrücke der Interaktion mit den Videobildern und das entstehende Raumlicht verbinden sich mit der Musik zu einem synästhetischen Gesamteindruck. Das Erleben dieser Synästhesie, und der von ihr hinterlassene Eindruck ist dabei größer und nachhaltiger als die Summe ihrer Teile.

 

Die Bilderwelten der reAktivRaum Installation waren dann im Anschluss auf der ART.FAIR 21, Kölns Messe für aktuelle Kunst zu sehen.

 

Das Projekt ist an der Fakultät Gestaltung der Hochschule Mannheim in einer Kooperation von Felix Hild und der Vertigo Systems GmbH als Abschlussarbeit (MA) entstanden.█